Unerhört — Kill ‚em with kindness.
„In ihrer frühsten Form ist Höflichkeit nichts anderes als eine Choreografie, mit der man nicht seinen Namen, sondern seinen Status tanzt.“ Heute tanzt allerdings niemand mehr besonders gern. Stattdessen rempeln wir uns durchs Leben. Kennen Sie das? Da steht jemand direkt hinter Ihnen auf der Rolltreppe, als wolle er Sie anschieben. Im Meeting wird Ihr Beitrag überhört, bis ihn fünf Minuten später jemand anderes wiederholt. Eine E-Mail beginnt mit „Eigentlich hätte man erwarten dürfen …“ und man spürt bereits beim Lesen den aufziehenden Konflikt. Unhöflichkeit hat viele Gesichter. Manche sind laut, andere erstaunlich subtil. Fast immer hinterlassen sie dasselbe Gefühl: die Situation beschäftigt uns länger, als sie sollte. Die Welt scheint unhöflich geworden zu sein. Und wir, in einem leider gut dokumentierten Anfall gesellschaftlicher Folgerichtigkeit, gleich mit. Wir leben in einer erschöpften Zeit. Alle wünschen sich Achtsamkeit, aber bitte ohne Umwege. Wir möchten gesehen werden, aber nicht angestarrt. Wir wollen klare Grenzen, aber keine unangenehmen Gespräche. Wir möchten Haltung zeigen, aber möglichst ohne Reibungsverluste. Das ist, zugegeben, eine anspruchsvolle Gemengelage. „Wenn man sich nicht an die Spielregeln hält, macht es keinen Spaß“, konstatierte Loriot schon beim Scrabble-Spielen. Vielleicht gilt das heute mehr denn je. Denn überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen, wird gespielt: mit Erwartungen, Befindlichkeiten, Missverständnissen und gelegentlich auch mit den Nerven der anderen. Was also tun, wenn uns schwierige Menschen begegnen? Wenn Grenzen überschritten, Knöpfe gedrückt und Geduldsfäden auf Zug gebracht werden? Die gute Nachricht: schwierige Menschen lassen sich selten ändern. Der eigene Umgang mit ihnen schon. Genau darum geht es in unserem Seminar „Unerhört“ — um mehr Gelassenheit, Klarheit und Souveränität in herausfordernden Situationen. |
UNERHÖRT |
Über den Umgang mit schwierigen Menschen, herausfordernden Situationen und kreativem Beschwerdemanagement.
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Ziel des Seminars: Kaum ein Thema begegnet uns derzeit in Trainings häufiger als der Umgang mit schwierigen Menschen. Dieses Seminar unterstützt dabei, schwierige Situationen nicht als Bedrohung, sondern als Gelegenheit zur Selbstführung und Reifung zu begreifen — ganz im Sinne moderner Knigge-Kompetenz. Nach dem Seminar können Sie:
KNIGGE-NUGGET |

Kill ‚em with kindness.
Das klingt nach Boxring, ist aber näher am Teekränzchen — allerdings mit erstaunlich guter Trefferquote.
Gemeint ist nicht jene süßliche Freundlichkeit, die mit zusammengebissenen Zähnen serviert wird, sondern die Fähigkeit, klar zu bleiben, ohne hart zu werden. Freundlich, ohne sich klein zumachen. Höflichkeit ist kein gehäkeltes Deckchen aus vergangenen Zeiten, sondern ein Geländer: Man merkt erst, wie nützlich es ist, wenn alle ins Rutschen geraten.
Denn oft hilft bereits ein Satz, der die Temperatur im Raum um zwei Grad senkt:
„Ich will es erst einmal nur verstehen.“
Ein unscheinbarer Satz – mit bemerkenswerter Sprengkraft. Denn er trennt drei Dinge, die wir in hitzigen Gesprächen gern durcheinanderwerfen:
Verstehen, Verständnis und Einverstanden sein.
Und je nachdem, was die Situation verlangt, hilft eine von drei Antworten:
Ignorieren, bewusst: „Interessant.„— mehr nicht. Ein Wort, das nichts bestätigt, nichts eskaliert und trotzdem zeigt: gehört, nicht angenommen.
Gesichtswahrende Konfrontation: „Das kling schärfer, als Sie es vermutlich meinen“. — gibt der anderen Person die Chance, ohne Gesichtsverlust zurückzurudern.
Grenze, klar: „Bis hierhin, und nicht weiter.“ — kein Nachsatz, keine Rechtfertigung. Ein Punkt ist ein Punkt.
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